Ausführliche Darstellung der Ziele

 

1. Ziele im Sinne einer Kundenorientierung

Qualität stellt als Wettbewerbsfaktor ein marktwirtschaftliches Element dar. Der Patient ist hier ein entscheidender Faktor. 

  • Zufriedenheits-Matrix

Beispiel einer diagnosebezogenen Fallgruppe.

 

2. Ökonomische Ziele

In allen Gesundheitseinrichtungen hat sich das Finanzierungsprinzip von der Selbstkostendeckung zu einem prospektiven Vergütungssystem gewandelt. Die Finanzierung findet über eine pauschale Vergütung entsprechend der Diagnose statt. Im prospektiven Ansatz stehen die Anforderungen und Bedürfnisse des Patienten am Anfang, woraus eine patientenbezogene Interpretation nach Krankheitsartenmuster stattfindet. Eine Zielvereinbarung folgt, welche die Leistung patientenbezogen definiert. Das heißt für das Management wird es notwendig, analysieren zu können, ob sich die Leistung innerhalb der Zielvereinbarung und die Kosten innerhalb der Erlössummen bewegen. Erst dadurch wird nämlich eine Steuerung und Optimierung der Kosten und Leistungen möglich.

  • Einsparpotential bei einfachen Tätigkeiten.

Einsparpotential in der Pflege durch die Abgabe von Tätigkeiten

 

Es ist sicher nicht immer zwingend erforderlich, dass Ärzte Stunden mit administrativen Tätigkeiten verbringen oder Pflegekräfte Reinigungsarbeiten erledigen. Es gibt eine ganze Reihe von Tätigkeiten im pflegerischen und ärztlichen Bereich, die nicht zwingend von diesen Berufsgruppen durchgeführt werden müssen und somit delegiert werden können. Bei diesen Tätigkeiten handelt es sich zudem oft um berufsfremde Aktivitäten, die von den jeweiligen Berufsgruppen nur sehr ungern ausgeführt werden. Aus finanzieller Perspektive stellt die Erbringung von Leistung durch überqualifiziertes Personal eine beträchtliche Vergeudung von Ressourcen dar. Das angestrebte Ziel ist, dass eine Tätigkeit im Regelfall durch die Person mit der dafür niedrigst notwendigen Qualifikation durchgeführt wird. Erfolgt dies nicht, so verschenkt die Einrichtung wesentliche Wirtschaftlichkeitspotentiale und setzt gleichzeitig die Zufriedenheit der Mitarbeiter aufs Spiel.

 

 

3. Wissenschaftliche Ziele

Es stehen diverse Kategoriensysteme und Diagnose-Instrumente zur Einschätzung des zu erwartenden Personalaufwands zur Verfügung. Bevor diese mit hohem Schulungsbedarf und Aufwand zum Einsatz kommen, ist es sinnvoll, deren Vorhersagequalität zu überprüfen. Dadurch wird die Frage geklärt, ob ein entsprechendes Instrument auch die entsprechenden Antworten zu den Fragen liefert.

Über mathematisch-statistische Verfahren ist es möglich, den Vorhersagewert einzelner Diagnose-Elemente isoliert zu bewerten und dadurch eine empirisch gestützte Weiterentwicklung der bestehenden Diagnose-Instrumente zu ermöglichen. Gleichzeitig wird auch durch eine heuristische Annäherung an die Wirklichkeit der Weg geöffnet, neue und aussagekräftigere Diagnose-Kategorien zu entwickeln, die direkt überprüft werden können. Die durch die Analyse gewonnenen Daten kann man für die Erstellung, Einführung und Kontrolle von Behandlungspfaden nutzen. Bei der Erstellung von Behandlungspfaden muss, neben der Definition von Behandlungsgruppen, auch die folgende Frage beantwortet werden: „Was, wird wann, durch wen, wie lange getan?“

Zeitgleich versucht man einen optimalen Ablauf im Sinne einer interdisziplinären Soll-Vorgabe zu erstellen. 

 

4. Pflegepolitische Ziele

Bisher gibt es kein Instrument, das der Pflege politisch als fundierte Grundlage zur stärkeren Berücksichtigung pflegerischer Aspekte dient. Die Pflegepersonal-Regelung (PPR) bildete in der versuchsweisen Umsetzung eine Ausnahme. Hier handelte es sich bei den zugeordneten Minutenwerten aber lediglich um geschätzte und folglich normativ vorgegebene Werte. Im Unterschied dazu bezieht sich die DTA auf gemessene Ist-Werte. Insbesondere die Diskussionen zur Gesundheitsreform 2000 und der nachfolgenden Reformen machen den Bedarf an Ist-Werten deutlich. Außerdem hat die PPR an gesetzlicher Relevanz verloren.

Die bisherige Orientierung zum Thema DRGs ist stark medizinisch geprägt und soll ein Abbild der Kostenrelevanz widerspiegeln. Dagegen wird in Studien bestätigt, dass nicht unbedingt ein Zusammenhang zwischen medizinischer Diagnose und der Pflegeintensität besteht.

Dem kann auf zwei Wegen begegnet werden: Erstens können Pflegende dafür sorgen, dass der notwendige Pflegeaufwand in der medizinischen Nebendiagnostik in Form von Schweregradbestimmung Berücksichtigung findet. Dies erfordert eine ausführliche und stabile interdisziplinäre Kommunikation sowie eine umfassende Dokumentation, mit deren Hilfe die Diagnosebestimmung begründet und nachvollziehbar wird. Zweitens können Pflegende insbesondere auf politischer Ebene die Berücksichtigung des Pflegeaufwands, ausgedrückt in eigenen Kategoriensystemen, einfordern. Langfristig ist dies ein wünschenswerter Schritt. Um der Pflege dabei gerecht werden zu können, wird aber die Erforschung geeigneter Kategoriensysteme notwendig. Beide Wege können nur über eine patientenbezogene Leistungserfassung und -dokumentation beschritten werden.

 

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