Multiprofessionelle und -institutionelle Anwendbarkeit
Durch die enorme Flexibilität des Instruments ist sein Einsatz für mehrere verschiedene Berufsgruppen möglich. Dank seiner flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten ist jederzeit eine Ausdehnung auf weitere Gebiete möglich. Typische Einsatzgebiete wären etwa die Verschlüsselung der Patientendiagnosen, Materialwirtschaft, Essensbestellung und OP-Analysen. Darüber hinaus möchten wir Ihnen noch folgende Anwendungsbeispiele vorstellen:
1. Behandlungspfade
Die durch die Analyse gewonnenen Daten kann man für die Erstellung, Einführung und Kontrolle von Behandlungspfaden (clinical pathways) nutzen. Bei der Erstellung von Behandlungspfaden muss, neben der Definition von Behandlungsgruppen, vor allem die Frage geklärt werden: „Was, wird wann, durch wen, wie lange getan?“
Zeitgleich versucht man einen optimalen Ablauf im Sinne einer interdisziplinären Soll-Vorgabe zu erstellen. Durch die Diagnosebezogene Tätigkeitsanalyse (DTA) lassen sich die Ist-Daten ermitteln. Liegen zuverlässige Messergebnisse über Abläufe und Zeitdauer vor, sind realistische Planungen möglich. Gezielt kann man dann Pufferzeiträume mit besonders hohen Anteilen an patientenfernen Tätigkeiten nutzen, um notwendige Tätigkeiten des Patientenpfades einzuplanen.
Behandlungspfade werden bei ihrer Einführung von den Beteiligten akzeptiert, wenn sie realistisch sind. Selbstverständlich kann über eine Nachmessung auch der Umsetzungsgrad eines Behandlungspfades ermittelt werden. Als Nebeneffekt lassen sich auch die mit dem Behandlungspfad verbundenen Kosten bestimmen.
2. Budgetkürzung und Personalkosten
Im Personalbereich wird zur Entlastung des Budgets meist die natürliche Fluktuation genutzt, um notwendige Einsparungen zu realisieren. Anstatt einseitig an der Personalschraube zu drehen, gibt es aber auch einen anderen Weg: Nämlich Tätigkeiten auf ihre Effizienz zu analysieren, um dadurch weitere Wirtschaftlichkeitspotentiale zu erschließen.
So ist es sicher nicht immer erforderlich, dass Ärzte Stunden mit administrativen Tätigkeiten verbringen oder Pflegekräfte Reinigungsarbeiten erledigen. Es gibt eine ganze Reihe von berufsfremden Tätigkeiten im pflegerischen und ärztlichen Bereich, die nicht zwingend von diesen Berufsgruppen durchgeführt werden müssen. Aus finanzieller Perspektive, stellt die Erbringung von Leistung durch überqualifiziertes Personal, eine beträchtliche Vergeudung von Ressourcen dar.
Das angestrebte Ziel ist, dass eine Tätigkeit im Regelfall durch die Person mit der dafür niedrigst notwendigen Qualifikation durchgeführt wird. Beispielsweise sollten (größere) Reinigungsarbeiten vom Reinigungspersonal und nicht vom Pflegepersonal durchgeführt werden.
Wird dies nicht beherzigt, so vergeudet die Einrichtung wesentliche Wirtschaftlichkeitspotentiale. Weder für Ärzte noch für Pflegekräfte ist es zufriedenstellend, wenn sie nach langjährigen Ausbildungen einen Großteil der Zeit mit Tätigkeiten verbringen müssen, für die sie nicht ausgebildet wurden.
Mit Hilfe des Auswertungsprogramms DocuAnalyst® kann jede Einrichtung eigenständig die für sie relevanten Fragen beantworten. Die Ergebnisse zeigen Ansatzpunkte für Veränderungen. Der Anteil der berufsfremden Tätigkeiten wird für die jeweiligen Berufsgruppen dargestellt. Aber auch gegenseitige Abhängigkeiten der Berufsgruppen werden verdeutlicht.



